Der anfallende Kaffeesatz wird im Labor gesammelt und regelmässig in Containern abtransportiert. Etwa alle zwei Wochen geht es weiter zum regionalen Grüngutverwerter Stall Studer in Kappel. Lange Transportwege werden bewusst vermieden – Regionalität ist Teil des Konzepts.
Vor Ort wird der Kaffeesatz mit Grünabfällen, Häckselgut sowie Garten- und Rüstabfällen vermischt. Erst diese ausgewogene Mischung macht einen hochwertigen Kompost möglich. Der aufgesetzte Kompost reift acht bis zwölf Wochen am Feldrand und wird regelmässig gewendet, um Sauerstoff zuzuführen und eine saubere Hygienisierung sicherzustellen. Temperaturen von bis zu 70 °C sind dabei keine Seltenheit.
Natürlicher Bodenverbesserer statt Kunstdünger
Der fertige Kompost wird anschliessend auf den Feldern ausgebracht. Seine Wirkung geht weit über die eines klassischen Düngers hinaus. Er verbessert die Bodenstruktur, fördert die Humusbildung und erhöht langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Gerade in der Schweiz, wo landwirtschaftliche Flächen begrenzt und intensiv genutzt werden, ist eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung zentral.
Die Zusammensetzung des Komposts variiert je nach Jahreszeit. Im Sommer dominieren nährstoffreiche Grünabfälle, im Winter eher holzige Materialien und Laub. In dieser Zeit ist der Kaffeesatz besonders wertvoll, da er zusätzliche Energie und Nährstoffe liefert und den Kompost optimal ergänzt.
Mehr Leben im Boden, gesunde Erträge
Der Tresterkompost fördert die Vielfalt der Bodenlebewesen – von Regenwürmern bis zu Mikroorganismen. Diese lockern den Boden, verbessern die Nährstoffverfügbarkeit und schaffen ideale Voraussetzungen für gesundes Pflanzenwachstum.
Davon profitieren unter anderem Weizen (IP-Suisse-Brotgetreide), Gerste, Silomais und Raps. Besonders im Frühling prägen blühende Rapsfelder mit ihrer intensiven gelben Farbe die Landschaft und zeigen sichtbar, wie fruchtbare Böden Ertrag und Biodiversität verbinden.
Eine Partnerschaft mit Tradition
Bereits seit fast zwei Jahrzehnten wird der Kaffeesatz aus dem JURA-Testlabor an den Betrieb Studer geliefert. Die Böden profitieren inzwischen in zweiter Generation von diesem natürlichen Kreislauf – ein langfristiges Zusammenspiel von Industrie, Landwirtschaft und Umwelt.
Auch abseits der Felder lebt die Familie Studer Regionalität und Nachhaltigkeit: Im eigenen Hofkafi mit Selbstbedienung werden selbstgebackene Spezialitäten, Zopfbrot, Konfitüre und Kaffee angeboten. Ein Ort, an dem Landwirtschaft, Genuss und Verantwortung auf authentische Weise zusammenfinden.
Nachhaltigkeit, die wirkt
Was im Testlabor beginnt, endet nicht im Abfall, sondern kehrt als wertvolle Ressource in den natürlichen Kreislauf zurück. Der Kaffeesatz von JURA zeigt, wie verantwortungsvolles Handeln, regionale Zusammenarbeit und ökologische Wirkung sinnvoll miteinander verbunden werden können – nachhaltig, regional und zukunftsorientiert.